{"id":617,"date":"2010-07-08T18:02:21","date_gmt":"2010-07-08T16:02:21","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--freiewhlerbarleben-qtb.de\/blog\/?p=617"},"modified":"2013-02-24T12:42:40","modified_gmt":"2013-02-24T11:42:40","slug":"bildungskonzept-in-barleben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/freiewaehlerbarleben.de\/?p=617","title":{"rendered":"Bildungskonzept in Barleben"},"content":{"rendered":"<p>(<strong><a href=\"http:\/\/www.freiewaehlerbarleben.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/GrundsatzgedankenZurBildung.pdf\" target=\"_blank\">Artikel als PDF<\/a><\/strong>)<\/p>\n<p>Liebe Freie W\u00e4hler, liebe Leser,<\/p>\n<p>ich finde es au\u00dferordentlich bedauerlich, dass die Meinungs\u00e4u\u00dferung von Ramona M\u00fcller auf der Internet-Seite der Freien W\u00e4hler insbesondere beim Ecole-Verein und bei der Ecole-Stiftung f\u00fcr gro\u00dfen \u00c4rger und Missstimmung gesorgt hat, die sich nun gegen die Freien W\u00e4hler insgesamt richten.<\/p>\n<p>Als skandal\u00f6s empfinde ich jedoch, auf welche Weise die FDP-Fraktion im Gemeinderat unter ma\u00dfgeblicher Mitwirkung unseres B\u00fcrgermeisters diese Meinung bzw. Anfrage einer im Gemeinderat ehrenamtlich t\u00e4tigen Person dazu benutzen m\u00f6chte, die zu einer Fraktion zusammengeschlossenen Freien W\u00e4hler insgesamt als Gruppe zu diffamieren.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00f6chte ich nachfolgend meine pers\u00f6nliche Meinung an dieser Stelle darstellen.<\/p>\n<p>Zuvor m\u00f6chte ich allerdings aus meiner Sicht einiges klarstellen:<\/p>\n<p><!--more-->Der Blog der Freien W\u00e4hler ist nicht als Plattform zur Verbreitung abgestimmter einheitlicher Meinungen der Freien W\u00e4hler gedacht, sondern als mehr oder weniger freier Meinungsaustausch der unter dem Namen \u201eFreie W\u00e4hler\u201c zusammengeschlossenen Personen untereinander sowie zwischen den Freien W\u00e4hlern und anderen Personen.<\/p>\n<p>Die Protagonisten dieser Art der Kommunikation haben sich innerhalb der Freien W\u00e4hler gegen die Skeptiker insbesondere mit dem Argument durchgesetzt, dass es hier m\u00f6glich sein soll, auch kontroverse Meinungen auszutauschen und zu diskutieren. Damit wollen die Freien W\u00e4hler in Barleben eine Plattform bieten, die an anderer Stelle in der Gemeinde nicht geboten wird. Sowohl den Protagonisten, als auch erst recht den Skeptikern war durchaus bewusst, dass solche Art offene Diskussion problematisch werden kann. Denn diese Art Meinungsaustausch ist man nicht gew\u00f6hnt in Barleben und andernorts ist es wohl auch nicht unbedingt die Regel.<\/p>\n<p>Dass die Probleme schon wenige Wochen nach dem Start des Blog losgehen, war allerdings nicht absehbar.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich trotzdem nach wie vor eher auf die Seite der Protagonisten einer offenen Diskussion stellen, trotz aller damit verbundenen Gefahren. Allerdings m\u00fcssen sich alle Beteiligten noch darin \u00fcben, einen angemessenen Stil zu finden, um einerseits klare Positionen darzulegen, andererseits aber andere Personen oder Vereinigungen nicht voreilig und \/ oder unangemessen in schlechtes Licht zu r\u00fccken.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass dieser Balanceakt gelingt und sich irgendwann die Nutzer und Leser dieses Mediums an den sachlichen Umgang damit gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Nun meine Meinung zur Unterst\u00fctzung der Ecole-Schulen in Barleben.<\/p>\n<ol>\n<li>Ich selbst habe noch niemals an dem Sinn und Zweck einer Privatschule und \/ oder Schule in freier Tr\u00e4gerschaft allgemein und am Sinn und Zweck der Ecole-Schule speziell gezweifelt. Ganz im Gegenteil finde ich es h\u00f6chst anerkennenswert, dass sich engagierte und motivierte Eltern zusammentun, um zun\u00e4chst einen Tr\u00e4gerverein f\u00fcr eine Schule und dann gemeinsam mit anderen auch eine Stiftung zur Finanzierung dieser Schule zu gr\u00fcnden. Dies halte ich f\u00fcr einen au\u00dferordentlich wertvollen Beitrag zur F\u00f6rderung der Vielfalt und des Niveaus unserer Bildungslandschaft in Deutschland, in der ansonsten, gemessen an den seit Jahren bekannten Problemen, viel zu wenig Entwicklung in positive Richtung zu erkennen ist. Ich finde es richtig und konsequent, dass sich Eltern eigene L\u00f6sungswege suchen, statt auf Entscheidungen der Bundes- und Landespolitiker zu warten.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend meiner T\u00e4tigkeit im Gemeinderat von Barleben hatte ich selbst die Initiative des B\u00fcrgermeisters und der Verwaltung zur Unterst\u00fctzung des Ecole-Vereins von Beginn an nicht nur gebilligt, sondern auch unterst\u00fctzt, sowohl in den Diskussionen als auch in den Abstimmungen. Allerdings habe ich auch die Bedenken der dieser Initiative gegen\u00fcber kritisch\u00a0 eingestellten Ratsmitglieder verstanden, die damals bereits vor einer Ungleichbehandlung zwischen kommunalen Bildungseinrichtungen und der Schule in freier Tr\u00e4gerschaft warnten. Um diese Bedenken auszur\u00e4umen, wurde durch B\u00fcrgermeister und Verwaltung zugesichert, auch die kommunalen Kindereinrichtungen und Schulen in Barleben weiterhin \u00fcber den gesetzlichen Rahmen hinaus zu f\u00f6rdern (Jedenfalls habe ich das so in Erinnerung!). Ich m\u00f6chte jedenfalls ausdr\u00fccklich davor warnen, hier oder an anderer Stelle den Eindruck zu vermitteln, dass alle unter dem Namen \u201eFreie W\u00e4hler\u201c zur Kommunalwahl 2009 angetretenen Personen die finanzielle Unterst\u00fctzung der Ecole-Schulen ablehnen.<\/li>\n<li>Es gibt unter den Freien W\u00e4hlern einige Personen, die sich nicht nur einmal in den Ecole- Schulen umgesehen haben, sondern bereits mehrere Gelegenheiten dazu wahrgenommen haben, sich umzusehen und zu informieren, jeder auf seine Weise. Trotzdem sollten alle am Thema interessierten Freien W\u00e4hler das Angebot von Herrn Dr. Kleinen (Schulleiter) und Herrn Langhoff (Tr\u00e4gerverein) \u00a0unbedingt annehmen, um sich \u00fcber die Schulstruktur allgemein und \u00fcber die aktuellen Probleme der Ecole-Schulen, des Ecole-Vereins und der Ecole-Stiftung informieren zu lassen!<\/li>\n<li>Nach wie vor bin ich daf\u00fcr, dass die Gemeinde Barleben den Ecole-Verein und auch die Ecole-Stiftung nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzt, nicht nur weil ich im Gemeinderat dabei war, als der diesbez\u00fcgliche Grundsatzbeschluss gefasst wurde, sondern weil ich nach wie vor davon \u00fcberzeugt bin, dass jeder Euro, der diesem Zweck dient, gut investiert ist. Investitionen in Bildung sind bereits per se nachhaltige Investitionen. Im konkreten Fall halte ich auch das vom Ecole-Verein vertretene Bildungskonzept f\u00fcr sehr unterst\u00fctzenswert. Das hei\u00dft allerdings nicht, dass diese Unterst\u00fctzung auf Kosten unserer kommunalen Kindereinrichtungen erfolgen darf und das hei\u00dft auch nicht, dass ich jede Art von Unterst\u00fctzung im Detail unkritisch hinnehmen w\u00fcrde.<\/li>\n<li>Ich habe nicht das Gef\u00fchl, dass es f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit allgemein und f\u00fcr unsere Bev\u00f6lkerung in Barleben explizit wichtig ist, den Unterschied zwischen \u00f6ffentlicher Schule, Privatschule und Schule in freier Tr\u00e4gerschaft klarzustellen. Viel mehr bin ich der Meinung, dass es darauf ankommt, in Wort und Tat deutlich zu machen, dass Gemeinderat und Verwaltung den kommunalen Kindereinrichtungen und Schulen dieselbe Aufmerksamkeit widmen werden, wie den Ecole-Schulen.<\/li>\n<li>Ich bin der Meinung, dass ein Gesamtkonzept f\u00fcr die Bildung und Erziehung in der Gemeinde Barleben erstellt werden sollte. Darin sollten die Entwicklungsziele f\u00fcr alle unsere Kindereinrichtungen und Schulen in Barleben dargestellt werden. An diesem Konzept sollten meines Erachtens alle Schultr\u00e4ger, die Elternvertretungen und das Personal der Einrichtungen mitarbeiten. Es sollte darin nicht nur um die Planung der Infrastruktur (Schulgeb\u00e4ude, Turnhallen, Speiser\u00e4ume, Parkpl\u00e4tze, Wegebeziehungen, \u2026) sondern auch um inhaltliche Fragen gehen, also unter anderem um die Profilierung der Einrichtungen. Letztendlich geht es im Kern darum, welchen Beitrag jede Einrichtung dazu leistet, dass <span style=\"text-decoration: underline;\">jedes <\/span>Kind in der Gemeinde Barleben eine seinen F\u00e4higkeiten und Talenten entsprechende maximale F\u00f6rderung erhalten kann, unabh\u00e4ngig von der sozialen Herkunft und von den finanziellen M\u00f6glichkeiten der Eltern. Dies ist derzeitig in Barleben ebenso wie in Deutschland insgesamt nicht der Fall.<\/li>\n<li>Eine besondere finanzielle Unterst\u00fctzung der Gemeinde f\u00fcr den Ecole-Verein und f\u00fcr die Ecole-Stiftung halte ich auch dann f\u00fcr richtig und vertretbar, wenn daf\u00fcr andere Vorhaben und Projekte der Gemeinde zur\u00fcckgestellt werden m\u00fcssen. Jedoch darf diese Unterst\u00fctzung nicht zu Lasten anderer Kindereinrichtungen oder Schulen oder zu Lasten wichtiger Bildungs- und Erziehungsprojekte in Barleben erfolgen. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich darauf hinweisen, dass es f\u00fcr mich v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich ist, dass im Konzept zur Haushaltskonsolidierung, das vom Gemeinderat am 17.12.2010 beschlossen wurde, auch die Anhebung der Elternbeitr\u00e4ge f\u00fcr den Kindergarten der Gemeinde Barleben enthalten ist. Daf\u00fcr bestand meines Erachtens kein Erfordernis.<\/li>\n<li>Zu dem Beitrag von Ramona M\u00fcller im FW-Blog und der darauf folgenden m\u00fcndlichen Reaktion von Herrn Dr. Kleinen m\u00f6chte ich noch anmerken, dass ich es f\u00fcr fatal halten w\u00fcrde, wenn sich zwischen Ecole-Schule und Lokaler Initiative Barleben (LIBa) ein Streit um knappe Ressourcen oder sogar eine Neid-Debatte entwickeln w\u00fcrde. Bisher hatte ich den Eindruck, dass Ecole-Stiftung und LIBa ganz \u00e4hnliche Ziele verfolgen. Wir sollten alles daran setzen, weiterhin die Gemeinsamkeiten beider Vereinigungen hervorzuheben, um gemeinsam mit Gemeinderat und Gemeindeverwaltung\u00a0 in der UNO-Dekade f\u00fcr Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Barleben einen gro\u00dfen Schritt nach vorn zu gehen, damit sich andere Kommunen an uns orientieren k\u00f6nnen. Das Potenzial dazu ist vorhanden. Wir sollten es gemeinsam nutzen, statt uns gegenseitig zu behindern.<\/li>\n<li>In n\u00e4chster Zeit w\u00fcnsche ich mir eine Diskussion in Barleben (sowohl im Gemeinderat als auch auf anderen Ebenen), die sich darauf orientiert, allen Kindern in Barleben und dar\u00fcber hinaus m\u00f6glichst vielen Kindern der Region optimale M\u00f6glichkeiten zur Entfaltung ihres genetischen Potenzials zu bieten. Das hei\u00dft, dass wir uns nicht am allgemeinen Trend in Deutschland orientieren sollten, sondern an den im OECD-Vergleich in punkto Bildung am besten abschneidenden L\u00e4ndern. Weshalb sollte es in Barleben nicht m\u00f6glich sein, dass \u00fcber 50 % eines Geburts-Jahrgangs einen Hochschulabschluss machen? Es ist allgemein bekannt, dass es zwingend geboten ist, <span style=\"text-decoration: underline;\">allen<\/span><strong> <\/strong>Kindern eine fr\u00fchkindliche Bildung und Erziehung vor Beginn der Grundschule angedeihen zu lassen. Die meisten Kommunen in Deutschland k\u00f6nnen dies nicht gew\u00e4hrleisten. Weder Bund noch L\u00e4nder in Deutschland sind bereit oder in der Lage, die n\u00f6tigen Anreize f\u00fcr die Kommunen zu schaffen oder gesetzliche Vorgaben zu finanzieren. Die Gemeinde Barleben k\u00f6nnte dazu jedoch in der Lage sein. Eine optimale Vorbereitung auf die Grundschule und eine optimale an den Bed\u00fcrfnissen der Kinder ausgerichtete Schuleingangsphase schafft die Grundlage f\u00fcr erfolgreiche Sch\u00fclerlaufbahnen. In Barleben k\u00f6nnte diese Optimierung gelingen. Am Geld d\u00fcrfte es nicht scheitern. <span style=\"text-decoration: underline;\">Ein<\/span> kostenloses Kindergartenjahr vor der Grundschule f\u00fcr alle Kinder in Barleben k\u00f6nnte z. B. ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung sein.<\/li>\n<li>Ich hoffe und w\u00fcnsche, dass Bildung und Erziehung in Barleben tats\u00e4chlich diese Priorit\u00e4t erh\u00e4lt, die sie in den Sonntagsreden der letzten Jahre bereits eingenommen hat. Die engagierten Eltern und Lehrer der Ecole-Schulen k\u00f6nnten daf\u00fcr wertvolle Impulse geben. Auch dies ist ein Grund daf\u00fcr, die Lehrer, Eltern und Sch\u00fcler der Ecole-Schulen nicht nur zu unterst\u00fctzen, sondern auf m\u00f6glichst vielf\u00e4ltige Weise in das \u00f6ffentliche Leben der Gemeinde Barleben einzubinden.<\/li>\n<li>Wenn sich die \u00fcberwiegende Mehrheit des Gemeinderates darin einig ist, dass die Bildung und Erziehung der Kinder in Barleben eine priorit\u00e4re Aufgabe der Gemeinde Barleben ist und dass daf\u00fcr auch die erforderlichen finanzielle Mittel mit hoher Priorit\u00e4t bereitgestellt werden sollen, dann ist es auch legitim, \u00fcber die H\u00f6he der finanziellen Mittel, die den jeweiligen Bildungseinrichtungen bereitgestellt werden, offen zu diskutieren. Dann ist es auch legitim, danach zu fragen und Vergleiche anzustellen. Es macht jedenfalls keinen guten Eindruck, wenn sich die Gemeindeverwaltung und der B\u00fcrgermeister \u00fcber Wochen und Monate damit schwer tun, Informationen \u00fcber die zur Unterst\u00fctzung der Ecole-Schulen bereitgestellten Mittel aus dem Gemeindehaushalt \u00fcbersichtlich und nachvollziehbar f\u00fcr die Gemeinder\u00e4te zur Verf\u00fcgung zu stellen. Man hat eher den Eindruck, als w\u00e4re es dem B\u00fcrgermeister unangenehm dar\u00fcber zu sprechen, statt dass er diese Zahlen mit Stolz vortr\u00e4gt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dies ist die pers\u00f6nliche Meinung von<\/p>\n<p>J\u00f6rg Br\u00e4mer.<br \/>\nBarleben, den 06.07.2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Artikel als PDF) Liebe Freie W\u00e4hler, liebe Leser, ich finde es au\u00dferordentlich bedauerlich, dass die Meinungs\u00e4u\u00dferung von Ramona M\u00fcller auf der Internet-Seite der Freien W\u00e4hler insbesondere beim Ecole-Verein und bei der Ecole-Stiftung f\u00fcr gro\u00dfen \u00c4rger und Missstimmung gesorgt hat, die sich nun gegen die Freien W\u00e4hler insgesamt richten. 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